CDU Weinheim

Zukunft der Gebäude in der Mannheimer Straße – Sinnvoll investieren!

Im Herbst 2018 sowie Frühsommer 2019 entschied der Gemeinderat über das weitere Vorgehen hinsichtlich der städtischen Gebäude in der Mannheimer Straße. Beide Gebäude befinden sich wegen jahrzehntelanger nicht durchgeführter Instandhaltungen in desolatem Zustand. Wie geht es nun weiter mit den abrissbedürftigen Gebäuden in der Mannheimer Straße? Der Gemeinderat soll nun für die Gebäude-Sanierung (Nr. 14-20) mehr als 6,7 Mio. € zur Verfügung stellen! Dies übertrifft die ursprünglich geschätzten Kosten für einen Neubau (~6,2 Mio. €) und für die Sanierung (~5,3 Mio.€) deutlich!

Der Stadtverband der CDU Weinheim hat hierzu das Weinheimer Architekturbüro NeffKuhn – Architekten um Ideen gebeten. Architekt Patrick Neff (stellv. Berater im Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung) sieht umfassende Chancen in einem Neubau. So könnte der Neubau durch eine Tiefgarage die örtliche Parksituation für die Anwohner im Bereich (Yorkstraße, Körnerstraße, Blücherstraße) mithelfen zumindest etwas zu entspannen. Weiterhin wäre es möglich, das Haus barrierefrei, nach modernsten energetischen Standards zu errichten. So würde einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geleistet. Durch moderne Lüftungs-Systeme könnten den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner das lästige Lüften an der vielbefahrenen Mannheimer Straße erspart werden. Insgesamt schlagen die Architekten einen Gebäudeensemble im Stil der goldenen 1920iger Jahre vor, das sich in den Altbestand (westlich / östlich) einfügen soll. Beim Wohnungsmix würden sich aus Sicht der Architekten kleinere, barrierefreie Wohnungen mit flexiblen Grundrissen anbieten. Wegen der Lage zur stark befahrenen Straße ist das Objekt aus städtebaulicher Sicht für Familien weniger geeignet, man könnte jedoch Balkone nach Norden realisieren.

Wenn es sich weiterhin um städtische Gebäude handeln soll, so betont der Stadtverband der CDU Weinheim, dass die Stadt bei beiden Gebäuden darauf achten muss, dass die Vermietung wirtschaftlich erfolgt. Die nun deutlich höheren Sanierungskosten bedingen dies. So ist nach Aussage von Steffen Hinkel (Haus und Grund Weinheim, Berater im Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung) eine wirtschaftliche Vermietung im Bereich von 9,50€/qm realistisch – bei regelmäßiger Mietanpassung (Staffelmiete). Dies deckt sich auch mit Erfahrungen der Baugenossenschaft bei deren sozial orientierten Neubauvorhaben. Alternativ könnte die Stadt über eine Auftragsprojektentwicklung nachdenken oder das Gebäudeensemble als „Sale-and-Lease-Back“ verkaufen und zurückmieten. Viele Städte habe sich wegen ihrer negativen Erfahrungen mit Wohnimmobilien bereits erfolgreich von ihren Immobilienbeständen getrennt und mieten die Wohnungen, dort wo es Sinn macht, zurück. So kommt es nicht zu Marktverzerrungen oder Fehlbelegungen, da eher die marktübliche Miete gezahlt wird und es so für alle fairer zugeht.

Die Sinnhaftigkeit des Neubaus Mannheimer Str. 14-20 wurde ursprünglich durch das Gutachten vom 22.11.2018 unterstrichen. Schon nach 16 Jahren rechnet sich der Neubau gegenüber dem Altbau. Die nun auftretenden Mehrkosten für die Sanierung der Mannheimer Str. 14-20 lassen den Schluss zu, dass sich ein Neubau jetzt noch deutlich besser rechnen würde als die Altbausanierung.

Man kann feststellen, dass die Sanierungskosten bezogen auf die Wohnfläche bei ~3.750 €/qm liegen. Will man ernsthaft sozialen Wohnraum schaffen, dann müsste man für das Geld von 6,7 Mio. € an andere Stelle der Stadt neuen Wohnraum bauen. Nach erster Einschätzung ließen sich mit dem Betrag 2.977 qm Wohnfläche realisieren, was fast 40 günstigen Wohnungen entspricht.

Aus Sicht des Stadtverbandes der CDU ist es nur schwer tragbar, dass man Gebäude saniert und dabei die Sanierungskosten weit über denen von Neubaukosten liegen und diese dann anschließend als sozialen Wohnraum auf den Markt bringen will. Dies würde nur Sinn machen, wenn man die Sanierungskosten deutlich reduziert. Der CDU Stadtverband plädiert dafür, dass der Gemeinderat nochmals über die Sanierungskosten und das Vorgehen berät, um so bei möglichen Investitionsoptimierungen der Verwaltung die notwendige Unterstützung zu geben.

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